Spielbericht 1. Mannschaft: Nach vorne fehlt der TSG 1862/09 Weinheim die Durchschlagskraft

Verbandsliga (18. Spieltag 15.03.2025) Gegen die hoch talentierte U23 des Zweitligisten Karlsruher SC kassiert der Verbandsligist die zweite 0:3-Niederlage des noch jungen Pflichtspieljahres. Auch die Bankspieler des KSC machen den Unterschied.
TSG 1862/09 Weinheim – Karlsruher SC U23 0:3 (0:1)
Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 17.03.2025
von Christopher Frank
Weinheim. Am Ende war der große Name tatsächlich eine Nummer zu groß: Nach der Auftaktpleite bei Spitzenreiter 1. FC Bruchsal am vergangenen Wochenende hat Fußball-Verbandsligist TSG 1862/09 Weinheim am Samstagnachmittag auch sein zweites Pflichtspiel des neuen Jahres mit 0:3 verloren – diesmal gegen die U23 des Zweitligisten Karlsruher SC. Zur Halbzeit hatten die Youngster aus der Fächerstadt bereits mit 1:0 in Führung gelegen.
Während die Karlsruher durch den Erfolg im Verfolgerduell bis auf einen Punkt an den Tabellenführer, der seinerseits überraschend mit 1:2 in Eppingen verlor, heranrückten, hat die TSG 1862/09 den Anschluss an die Tabellenspitze vorerst eingebüßt. Platz eins ist bereits elf Zähler entfernt, selbst die drittplatzierte Heddesheimer Fortuna ist den Weinheimern mit ihren beiden Siegen zum Jahresstart enteilt.
TSG hat lange Zeit mehr Ballbesitz
Vor 150 Zuschauern, darunter Weinheims künftiger Trainer Marcel Hofbauer sowie der frühere TSG-Teammanager Kai Altig, der inzwischen als Scout für den KSC tätig ist, boten die Weinheimer dem ambitionierten Tabellenzweiten über weite Strecken Paroli, hatten bis weit in die zweite Hälfte hinein sogar mehr Ballbesitz.Erst in der letzten Viertelstunde legten die KSC-Talente auf dem Kunstrasenplatz des Sepp-Herberger-Stadions noch einmal eine gehörige Schippe drauf und machten auf dieses Weise dann auch den Sack zu. „Da war heute deutlich mehr drin“, war nicht zuletzt deshalb am Spielfeldrand immer wieder zu hören. Und auch Trainer Lukas Cambeis zeigte sich nach Spielende durchaus einverstanden mit der Leistung seiner Schützlinge.
„Wir haben derzeit einfach keinen Punch nach vorne, hinten kommt dann auch noch eine gehörige Portion Pech dazu.“ (Lukas Cambeis, Trainer der TSG 1862/09 Weinheim)
„Die erste Halbzeit war fußballerisch mega. Der KSC kommt einmal vor unser Tor und macht durch einen Kopfball das 1:0. Wir haben auf der Gegenseite drei Riesenchancen, treffen aber nicht. Wenn der Pfosten einen halben Meter weiter links steht, gehen wir mit einer 3:1-Führung in die Pause“, haderte Cambeis. Und er machte zudem ein grundlegendes Problem bei seiner Elf aus: „Wir haben derzeit einfach keinen Punch nach vorne, hinten kommt dann auch noch eine gehörige Portion Pech dazu.“
Unglückliche Gegentore
Bezeichnend: Die Gegentore wurden von den Karlsruhern zwar blitzsauber herausgespielt und auch sicher vollendet, in ihrer Entstehung waren aber vor allem das 0:2 durch Jungprofi Ali Eren Ersungur (bislang ein Zweitligaeinsatz) in der 75. Minuten und das 0:3 durch Frederik Recktenwald (84.) aus Weinheimer Sicht ausgesprochen unglücklich. So vertändelte Ilya Ertanir vor dem 0:2 im Mittelfeld unnötigerweise den Ball. Dem 0:3 ging ein Pressschlag auf der rechten Abwehrseite voraus, in dessen Folge sich der gerade erst eingewechselte Bekem Can Bicki durch den Weinheimer Strafraum tanzte, ehe er auf Recktenwald querlegte.Den ersten Versuch des späteren Torschützen konnte Rahman Jawadi noch kurz vor der Linie abblocken, erst gegen den folgenden Kopfball waren der Österreicher sowie Keeper Inaki Rohrbach, der den erkrankten Tim Kallis ansonsten ordentlich vertrat, machtlos.
„Bei uns kommen A-Jugendspieler von der Bank, beim KSC werden Spieler eingewechselt, die vor Kurzem noch in der Regionalliga gespielt haben.“ (Lukas Cambeis)
Ein weiteres Problem an diesem Nachmittag wurde schon beim Blick auf die Ersatzbänke oder auf den Spielberichtsbogen deutlich: Der TSG-Kader umfasste 15 Feldspieler und zwei Torhüter, der KSC war mit insgesamt 21 Spielern angereist, die Ersatzbank musste kurzerhand sogar erweitert werden. Lukas Cambeis konstatierte obendrein: „Bei uns kommen A-Jugendspieler von der Bank, beim KSC werden Spieler eingewechselt, die vor Kurzem noch in der Regionalliga gespielt haben.“ Gemeint war damit Vorlagengeber Bicki, der in der Winterpause vom FC-Astoria Walldorf nach Karlsruhe gekommen war. Von Enes Zengin oder Robert Geller ganz zu schweigen – beide waren in der laufenden Saison auch schon in der 2. Liga zum Einsatz gekommen.
Altig: „Ein guter Tag für den KSC“
Schon allein aufgrund dieser individuellen Qualität sei der KSC-Erfolg letztlich „auch in der Höhe verdient“ gewesen, gab derweil Kai Altig zu Protokoll – wenngleich auch der KSC-Scout lobende Worte für seinen früheren Arbeitgeber fand: „Weinheim ist eine spielstarke Mannschaft, der heute allerdings die nötige Durchschlagskraft in der Offensive gefehlt hat.“ Fast noch mehr als über den eigenen Erfolg freute sich Altig über den Bruchsaler Ausrutscher: „Wir wissen, dass jeder Gegner gegen uns noch einmal zusätzlich motiviert ist. Aber jetzt haben wir den Aufstieg endlich selbst in der Hand. Heute ist ein guter Tag für den KSC – zumal unsere U19 ins DFB-Pokalfinale eingezogen ist.“ fran
TSG 1862/09 Weinheim: Rohrbach; M. Kuhn, Katich (59. Knauer), Ertanir, Giordano (89. Lulei), Kadioglu (80. Hussaini), Schneider, Keller (67. Hilgert), Zimmermann, Jawadi, Ludwig (89. Gärtner).
Tore: 0:1 Engel (27.), 0:2 Ersungur (75.), 0:3 Recktenwald (84.).
Zuschauer: 150.
Beste Spieler: Geschlossene Leistung / Ersungur, Engel
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